{"id":2935,"date":"2023-02-14T10:39:29","date_gmt":"2023-02-14T09:39:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mv-kleinneusiedl.com\/?p=2935"},"modified":"2023-02-14T10:40:58","modified_gmt":"2023-02-14T09:40:58","slug":"sonntags-halb-zehn-in-kleinneusiedl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mv-kleinneusiedl.com\/?p=2935","title":{"rendered":"Sonntags, halb zehn in Kleinneusiedl"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-verse\"><em>Eine Probenreportage von Noah Schleinzer<\/em><\/pre>\n\n\n\n<p>Es ist neun Uhr Fr\u00fch an einem Sonntag im November. Noch ist das Musikerheim in der Bankgasse still und leer. Das \u00e4ndert sich aber schnell, schon um zehn nach neun h\u00f6rt man die ersten durch die T\u00fcre kommen. Erste Musiker spielen sich ein. Die meisten holen sich was zu trinken und plaudern. Manchen sieht man die Frage an: Ist es noch zu fr\u00fch f\u00fcr das erste Bier?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mit Humor und Leidenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach und nach finden sich die Musiker:innen auf ihren Pl\u00e4tzen ein. Notenbl\u00e4tter werden zurechtgelegt oder gesucht, Ventile gel\u00fcftet, der eine oder andere Ton gespielt. Nicht jeder sitzt. Vielleicht liegt es auch an der Anspannung, immerhin sind es nur noch knapp zwei Monate bis zu den Neujahrskonzerten. Doch die Kapelle nimmt jeden schiefen Ton mit Humor \u2013 schlie\u00dflich wird ja noch geprobt. Die Uhr schl\u00e4gt neun Uhr drei\u00dfig. Endlich hat es auch der letzte Schlagzeuger auf seinen Platz geschafft. Dirigierlehrling Yvonne Heuber startet mit der Probe. Das Orchester spielt sich mit Tonleiter\u00fcbungen ein. Alle sind konzentriert, das erste Konzertst\u00fcck wird angespielt. Nach ein paar Takten wird abgerissen. Tempo und Rhythmik werden besprochen. \u201eGibt\u2019s Unklarheiten? G\u00fcnther?\u201c, wird vor dem neuen Versuch vom Dirigierlehrling gefragt. \u201eOis supa!\u201c, antwortet er mit einem tiefen Brummen, gefolgt von kollektivem Lachen. Dann sind alle in ihrem Element, man sp\u00fcrt die Energie im Saal. Nach 45 Minuten ist die erste H\u00e4lfte der Probe auch schon vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Freude an der Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Pause holen sich die Musiker:innen ein Getr\u00e4nk. Die einen bleiben beim Kaffee, vielleicht geht jetzt schon ein Bier? Es wird geplaudert und viel gelacht. Man sp\u00fcrt, das hier sind mehr als nur Musikerkollegen. Andi ist vor zwei Jahren durch seine Freundin Marlene zum Musikverein gekommen. Er hat vorher schon Posaune gespielt: \u201eIch spiel hier nicht nur f\u00fcr mich selbst, sondern gemeinsam mit anderen. Das ist nochmal was anderes und macht mir viel Freude.\u201c Kurz vor Pausenende h\u00f6rt man schon wieder die ersten T\u00f6ne. Klarinettistin Veronika spielt seit 20 Jahren im Verein. Dazu gekommen ist sie durch ihre Tochter. Sie hat erst als Erwachsene begonnen, ein Instrument zu lernen. \u201eIch wollte immer den Donauwalzer vor Publikum spielen. Und als wir den dann vor ein paar Jahren beim Neujahrskonzert gespielt haben, war das ein ziemliches Highlight f\u00fcr mich!\u201c, erz\u00e4hlt sie stolz. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neujahrskonzert ist Motivation pur <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Neujahrskonzert ist f\u00fcr viele hier eine besondere Motivation: Es fordert mehr als etwa ein Fr\u00fchschoppen, die St\u00fccke sind schwieriger. Beim Konzert will man brillieren und deshalb ist man am Sonntag bei der Probe auch so motiviert. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Konzentriert bis zum Schluss <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kapellmeister Norbert Kolowrat beginnt die zweite Probenh\u00e4lfte. Und wieder beginnen alle zu spielen, darauf bedacht, das Tempo, die Noten und die Lautst\u00e4rke optimal zu treffen. Selbst wenn zwischendurch im Eifer des Spielens ein Wasserglas umf\u00e4llt, wird das ignoriert und bis zum n\u00e4chsten Abrei\u00dfen<br>weitergespielt. Das Aufwischen muss warten. Beweis daf\u00fcr, wie konzentriert und hingebungsvoll die Musiker:innen bei der Sache sind, wie ernst die Musik genommen wird. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jetzt ein verdientes Bier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach vielen Wiederholungen, Anpassungen, Besprechungen und Lob ist die zweite Probenh\u00e4lfte schnell vorbei. Es ist kurz vor zw\u00f6lf. Die meisten packen zusammen und verabschieden sich Richtung Mittagstisch. Ein paar aber bleiben noch, plaudern. Jetzt wird auch das erste Bier ge\u00f6ffnet. Schlie\u00dflich war es eine lange, anstrengende Probe.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p>Ein Text aus dem Jubil\u00e4umsmagazin des Musikverein Kleinneusiedl &#8222;50 Jahre und kein bisschen leise&#8230;&#8220;. Mehr zum Magazin unter<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><a href=\"https:\/\/www.mv-kleinneusiedl.com\/?cat=55\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.mv-kleinneusiedl.com\/?cat=55\">50 Jahre und kein bisschen leise&#8230;<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Probenreportage von Noah Schleinzer Es ist neun Uhr Fr\u00fch an einem Sonntag im November. Noch ist das Musikerheim in der Bankgasse still und leer. Das \u00e4ndert sich aber schnell, schon um zehn nach neun h\u00f6rt man die ersten durch die T\u00fcre kommen. Erste Musiker spielen sich ein. 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